und der wilde Knabe brach s’Röslein auf der Heiden

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ein gedicht, dass auch heute noch in schulen und kindergärten als kinderlied gesungen wird, ist wolfgang von goethes “heidenröslein”. das lesen der zeilen hinterläßt aber einen eher bitteren nachgeschmack und man wird dabei das gefühl nicht los, dass man gerne kotzen möchte bei dem beschriebenen “liebesakt” viel gewalt im spiel ist. (danke eva für den hinweis)

Heidenröslein - von Johann Wolfgang von Goethe: 1. Sah ein Knab ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden; War so jung und morgenschön, Lief er schnell, es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden, Röslein, Röslein Röslein rot. Röslein auf der Heide. 2. Knabe sprach: “ich breche dich, Röslein auf der Heiden”; Röslein sprach “ich steche dich, Dass du ewig denkst an mich, Und ich wills nicht leiden” Röslein, Röslein Röslein rot. Röslein auf der Heide. 3. Und der wilde Knabe brach s’Röslein auf der Heiden. Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch kein Weh und Ach, Musst’ es eben leiden. Röslein, Röslein Röslein rot. Röslein auf der Heide.     

 

Christine Künzel - Knabe trifft Röslein auf der Heide (Goethes „Heidenröslein“ im Kontext einer Poetik sexueller Gewalt) - Bis heute ist das „Heidenröslein“ in Volksliedsammlungen unter der Rubrik „Liebeslied“ zu finden, wobei auch die Illustrationsgeschichte eine Deutung in diesem Sinne über Jahrhunderte unterstützt hat. Da wundert es nicht, dass literaturwissenschaftliche Arbeiten, die explizit das Thema der Darstellung sexueller Gewalt in dem Lied behandeln, die Ausnahme bilden. Das Anliegen des Beitrags ist es, das „Heidenröslein“ einmal im Hinblick auf eine Poetik sexueller Gewalt zu lesen, d.h. bestimmte Merkmale herauszuarbeiten, die einer Tradition der Darstellung sexueller Gewalt in der Lyrik entsprechen und auf Aspekte hinzuweisen, die sich dieser Tradition entziehen. Es gilt also, eine bestimmte Poetik bzw. Ikonographie zu entdecken, die dafür spricht, dass das „Heidenröslein“ durchaus Bestandteil einer literarischen Tradition der Überblendung von sexueller Gewalt und Liebe ist. Ein Blick in den Katalog poetischer Repräsentationsformen sexueller Gewalt genügt, um festzustellen, dass der Topos des „Rosenbrechens“ vom Mittelalter bis weit über das 18. Jahrhundert hinaus sowohl als Symbol sexueller Gewalt als auch als Liebessymbol fungierte. via radicalhumanity.org / crossposting

“das gender thema” - studentInnentag 2008

machtwort: “hier hat sich die künstlerin dem gender-thema angenommen” (zitat peter pakesch)

vergangenen montag fand im kunsthaus graz der studentInnentag 2008 statt. die studentInnen blieben aber großteils aus. mein letzter kunsthausbesuch lag schon etwas zurück, sodaß ich die gelegenheit dazu nutzte, mir unter anderem die aktuelle ausstellung “thyssen-bornemisza art contemporary” durch eine führung von peter pakesch näher erklären zu lassen.

die führung erwies sich aber als wenig ansprechend und wirkte durch die spartanischen ausführungen zu den kunstwerken eher lieblos. ohne ansatzweise auf die komplexität verschiedener arbeiten einzugehen streifte peter pakesch die verschiedenen stationen im schnelldurchlauf und würdigte die einzelnen kunstwerke mit maximal 2 - 3 sätzen.

sarah lucas_bunny gets snookered
“bunny gets snookered” @ sarah lucas
als er bei der arbeit von sarah lucas -bunny gets snookered- als einziges statement den satz “hier hat sich die künsterlin dem gender-thema angenommen” im raum stehen ließ, spürte ich den drang zu gehen und wechselte einen stock tiefer zum vortrag des brasilianischen künstlers ernesto neto, der im gegensatz zu herrn pakesch sehr bereitwillig über seine werke auskunft gab.

Ernesto Neto (*1964) gilt als einer der führenden Künstler der brasilianischen Kunstszene, er lebt und arbeitet in Rio de Janeiro. Seine Installationen sind biomorphe Skulpturen, die nicht selten den gesamten Ausstellungsraum ausfüllen. Als Arbeitsmaterial bevorzugt Neto elastisches Polyamid in Form von Schläuchen, die an Nylonstrümpfe erinnern. Er füllt sie mit unterschiedlichen Materialien und verleiht ihnen damit eine spezifische und variable Form.

ernesto neto war bei der präsentation seiner arbeiten in seinem element. überaus lebhaft führte er voller elan durch wichtige künstlerische stationen seines lebens, sprang zwischendurch immer wieder von seinem sessel auf, um mitunter stark gestikulierend die herangehensweise an seine arbeiten zu unterstreichen. er schweifte großräumig aus, ohne dabei ins banale abzugleiten. nach dem vortrag war es möglich mit dem künstler seine (zu dem zeitpunkt gerade im aufbau befindliche) installation zu begehen. muy simpático.

einige arbeiten von ernesto neto:
ernesto neto
© ernesto neto
ernesto neto
© ernesto neto
ernesto neto
© ernesto neto
ernesto neto
© ernesto neto
ernesto neto
© ernesto neto

interview mit der literaturplattform poetro

mit trompeten und posaunen

buchcover perVERS 13 autorInnen - aus dem umfeld der in salzburg gegründeten literaturplattform poetro - haben im eigenverlag ihr erstes buch veröffentlicht.

“perVERS - anthologie junger autorInnen” ist der titel der textsammlung, welche seit anfang märz bei ihren lesungen, oder über ihre webseite käuflich erworben werden kann. helve fragt catherine t. nicholls und christian winkler (2 autorInnen und wegbegleiterInnen der plattform) nach ihren persönlichen perversitäten, stößt sich am etwas eigenwilligen titel, und will wissen, was eigentlich aus der auf der rückseite des buches postulierten revolution geworden ist.



interviewer: christian kahr für helve.org



helve: habt ihr perverse eigenheiten an euch?

christian w.: perverse eigenheiten hat, glaub ich, jeder mensch, der sich nicht gänzlich einer wohlgestalteten norm unterwirft. frei übersetzt bedeutet pervers ja im grunde nichts anderes als eigenartig. solltest du rein zufällig auf den titel unserer ersten publikation abzielen (ähem): ja. das buch ist eigenartig.

helve: inwiefern?

catherine n.: also ich finde das buch nicht eigenartig.

christian w.: in erster linie ist es eigenartig, weil es keinen verlag im herkömmlichen sinne hat. das allein ist zwar an sich noch nichts besonderes, weil es ja zig bücher gibt, die von autorInnen im eigenverlag herausgebracht werden. eigenartig, also besonders, finde ich aber den versuch, dass 13 junge menschen sich auf einen haufen hauen und in einem gemeinschaftlichen prozess ein buch herausbringen.

catherine n.: das buch ist eigen, doch nicht eigenartig. finde ich. meiner meinung nach sind es gar nicht so die umstände, die es das machen, sondern eher die INstände. also der inhalt.

helve: also nochmals zurück zur ausgangsfrage: habt ihr gewisse aspekte an
euch, die ihr als eigenartig bezeichnen würdet?

catherine n.: eigenartige aspekte… mal nachdenken. eher gewisse paradoxien. eigenartig ist vielleicht, dass ich in der früh esse wie ein scheunendrescher und dafür den ganzen tag nichts mehr brauche.

christian w.: oh ja, wir sind alle sehr eigenartig, hoffentlich. ich will nicht aufwachen und feststellen, dass jegliche eigenart verbannt wurde, jeglicher individualismus einem massengesellschaftlichen dogma unterworfen wurde. aber wenn du was konkretes wissen willst: ich trag lieber das gewand meiner großmutter, als mir neues zu kaufen. da weiß ich wenigstens, dass ich mit meinen beschränkten finanzen keine dubiosen gewandhäuser, sweatshops und ähnliches finanziere. außerdem bin ich viel zu faul, mir neues gewand zu kaufen.

helve: was turnt euch ab? (also außer klimawandel und neoliberalismus)

catherine n.: socken. ich weiß, ein klischee, aber das ist ziemlich furchtbar. auch: der gedanke an dreckiges geschirr oder harald schmidt.

christian w.: socken sind furchtbar, da muss ich dir trotz barfußkulturklischee rechtgeben. aber nicht nur deswegen: sehr lochanfällig sind diese dinger. überhaupt mag ich löcher nicht gerne. ja: locher türnen mich ab. ich steh mehr auf deren gegenteil, auf anhebungen. aber wenn wir schon beim klischee sind: klimawandel und neoliberalismus, vor allem neoliberalismus turnt mich eher up als ab, falls man das so sagen kann, das bringt blut zum wallen, da will man banner schwingen gehen und zeichen setzen.

catherine n.: das nenne ich jetzt ne eigenartige eigenartigkeit.

helve: auf dem umschlag steht, ihr wolltet eigentlich die revolution, dann hats aber doch nur für das buch gereicht. seid ihr des aufbegehrens müde oder arbeitet die rebellion noch in euch? bzw. was ist euch dazwischengekommen?

christian w.: das buch.

catherine n.: das leben. unsere eigenheiten. der umschlag rückt sozusagen ins licht, was man zwischen den zeilen lesen kann: nämlich die ironie zu all dem trompeten über die revolution.

helve: und vor dem leben? was war da?

catherine n.: die nudelsuppe. nein. vor dem leben? die kindheit.

christian w.: wenn mans ganz sozialromantisch sehen will, und ich will das, dann stecken in der eigenart des buches einige kleine, aber doch bestehende ansätze des aufbegehrens. uns wars zum beispiel wichtig, nicht einfach ein produkt im sinne der betriebswirtschaft in den von marktstrategen und unterhaltungsgier gezeichneten literaturbetrieb zu knallen, sondern ohne rücksicht auf geschmäcker, ohne sinn für wohlgeformte finanzkalkulationen, ohne anpassungswillen (ich sag bewusst -wille-, wer weiß, wie opportunistisch wir uns eigentlich verhalten) unser eigenes, kleines buch zu machen. deswegen auch der entschluss, alle schritte der gestaltung unabhängig und selber in die hand zu nehmen.

christian winkler
christian winkler © poetro

helve: zum thema revolution: dieser tage wird ja überall (zumindest in den feuilletons) über das jahr 1968 geschrieben. was denkt ihr drüber?

catherine n.: ich glaub, dutschke war das (bin mir jetzt nicht sicher, müsste man nachrecherchieren), der meinte, wir alle verlangten nach dem zuckerl der revolte anstatt nach dem brot der reform. wir sind noch nicht oft genug enttäuscht worden, um dem voll zustimmen zu können. ich genieße das. denn auch wenn du tagsüber trompetest und posaunst, kannst du des nächtens schlafen so wie der rest der welt. ich für meinen teil trompete was das zeug hält, weil mich sonst der hals juckt, und weiß trotzdem, dass es utopien sind, für die wir unsre zeit verschwenden. das wird mal die zeit sein, von der wir sagen, dass es die beste war. wenigstens das war es dann wert. und wenn das alles was bringen sollte - noch besser.

christian w.: 68 ist für mich persönlich ein sehr sympathischer mythos, den wir höchstwahrscheinlich nur deswegen gerade ansprechen, weil er von der unterhaltungsindustrie hochstilisiert wird. aber ohne 68er mythos gäbs keine verkaufszahlen von palästinertüchern als modeaccessiore und geldbörseln mit che-portrait. das wär natürlich tragisch (lacht). wie catherine sagt: wir trompeten, weil der hals juckt, aber abends gehen wir schlafen.

helve: das buch ist seit 1. märz über eure homepage, bei euren veranstaltungen aber auch im handel erhältlich. wie schaut es mit erhaltenem feedback aus?

catherine n.: die leute sagen oft:” ja, sehr viele coole sachen dabei, aber einiges hab ich einfach nicht kapiert.” ich muss dann immer lachen und sage: “uns gehts genauso”. achja und: meine oma ist ein bisschen kritisch. zu viel sex für ihre begriffe, aber sie findet die bilder toll… soviel zu den altersgruppen.

helve: könnt ihr noch andere beispiele (für feedback) nennen? gibts ein feedback, das bei euch hängen geblieben ist?

catherine n.: mein persönlicher favourite war der kommentar: “ohh, das glänzt ja so hübsch!”

christian w.: ich finde bemerkenswert, dass feedback von den unterschiedlichsten menschen, altersgruppen, medien und institutionen kommt. ich hab mir anfangs nicht erwartet, dass sich zb der standard an unserem titel stößt, während wohlbetuchte damen unseren mut zur sozialkritik loben, dass die vielschichtigkeit der texte einmal - so wie wir das sehen - als zeichen eines radikal freien, sich keinen formalen oder inhaltlichen dogmen unterwerfenden literaturbegriffs und einmal als mangel an eigenem literaturbegriff gesehen wird. aber allgemeiner: sehr positives feedback.

poetro - literaturplattform
“poetro. sind vier. sind siebenundneunzig komma dreieinhalb. sind mehr. mehr als nur worte.” © poetro

helve: also ich hab mich an eurem titel auch gestoßen. das hat so einen verkrampft wirkenden witzcharakter für mich. eure veranstaltungstitel wie “T’schuldings, wir würden gern lesen…” oder “Von der Unvernunft gebissen” wirken da frischer. der buchtitel klingt nach einem augenzwinkernden in die taille stoßen - nach einem: “hey, das ist doch lustig, oder?”

christian w.: es freut mich, dass du genau diesen punkt ansprichst, weil ich denke, dass aus diesem grund mehrere leute wenig mit dem titel anfangen können. mein persönlicher zugang hat aber wenig mit humor oder unterhaltung als mit der eigentlichen bedeutung des wortes zu tun, also perversio, aus dem lateinischen oder griechischen kommend, da bin ich mir nicht mehr so sicher, ich glaub aus dem lateinischen, jedenfalls: perversio: die verdrehung (von moralvorstellungen). die gängigste moralvorstellung, bzw. besser ausgedrückt: maxime des heutigen literaturbetriebs (mit betonung auf betrieb) ist nun mal der wunsch von autorInnen und verlegern, mit simpler unterhaltungsliteratur groß kohle abzusahnen. das verdrehen wir mit nem buch, das keine privatperson monetär bereichert. darüberhinaus erhält pervers, wie wir auch typografisch hervorgehoben als per vers darstellen, eine weitere bedeutungsebene durch das lateinische per=durch, also: durch den vers, durch das wort. auch ein bissi klischee, aber ein schönes klischee: der stift ist mächtiger als das schwert.

catherine n.: sagen wir mal so, wir haben sehr lange für den titel überlegt und abgewogen. da war “per vers” noch gar nicht in der auswahl. der titel ist dann spontan entstanden und ich fand die situation einfach gut. eben das sollte es nicht sein: krampfhaft. das wirkt vielleicht nach außen etwas so, das ist uns schon bewusst, aber für uns hat es genau die gegenwirkung.

helve: ich finde, euer buch ist ein kulturprodukt von vielen. es sticht nicht sonderlich aus der masse von kulturprodukten hervor.

catherine n.: stimmt nicht. spätestens wenn du es in die sonne legst, sticht es heraus.

helve: diese ganzen sprachspiele, das was germanistInnen angeblich so toll finden, das find ich oft eher anstrengend. ich vermisse eine haltung, ein statement.

catherine n: das finde ich genau das beste an dem buch. mich nervt diese ständige “alles muss immer ein bestimmtes statement haben”, wie soll das auch gehen mit 13 leuten? wir haben keine gleiche meinung und wollen auch damit nicht viel zu tun haben. ein buch ist ein buch, keine politische erklärung.

christian w.: da kann ich cati nur recht geben. unser konzept ist klar und bewusst die konzeptlosigkeit. ein buch von 13 leuten und ihren unterschiedlichen sichtweisen auf literatur. da kommt nun mal kein einheitliches statement, kein einheitlicher literaturbegriff, keine gleichgeschaltene haltung raus. die statements haben wir zwischen den zeilen versteckt. man entdeckt zum beispiel an orten, an denen man es nicht erwartet, wie dem impressum, anspielungen auf kulturpolitik und bücherverbrennungen, andernorts statements zu essiggurken, danclor und persil.

helve: es geht mir auch nicht um ein politisches statement, sondern mehr um eine haltung. ich entdecke darin keine literarische kontinuität, also etwas, was sich an einer literaturgeschichte reibt, sie widerspiegelt oder mit witz aufgreift. die texte wirken mitunter sehr herausgerissen aus jeglichem kontext.

catherine n.: aus dem kontext herausgerissen - na hoffentlich. der kontext umgibt uns ja ständig. wenn du sagst, das buch ist nichts besonderes, widersprichts du dir ein bisschen. oder wie meintest du das?

christian w.: die literarische haltung, die du vermisst, ist etwas, das du von einer offenen literaturplattform, in der jedeR der autorInnen einen freiraum von 10-15 seiten als solchen nutzen soll, nicht erwarten kannst. die reaktion auf dagewesenes im sinne einer bewussten fortsetzung einer literarischen position bzw. im sinne einer bewussten abgrenzung und/oder neuerfindung des literarischen war nicht das ziel des buches. das kommt, wenn sich durch den offenen plattform-gedanken menschen mit einer gleichen, literaturhistorisch manifestierten haltung zusammenfinden, was vorerst nicht unser anspruch ist. in diesem projekt steht die vermischung unterschiedlicher literarischer positionen und texte im vordergrund, aus dem kontext gerissen und in einem buch präsentiert.

helve: das buch hat für mich eher den touch eines kulturacessoirs, anstatt einer textsammlung, einer in der subkultur verankerten autorInnenschaft.

catherine n.: in der subkultur verankert sein ist irgendwie paradox. das buch ist eine textsammlung, natürlich, und kulturacessoir-? -naja, vielleicht. aber daran sind wir selber schuld. wir reden manchmal zu viel über kultur und zu wenig über das buch.

catherine nicholls
catherine nicholls © poetro

helve: es könnt für mich halt ruhig “dreckiger”/punkiger sein. so selbst zusammengestoppeltes zeitungspapier…

catherine n.: irgendwann willst du aber auch, dass dein buch nicht beim ersten lesen auseinanderfällt.

christian w: du wirst lachen, aber es gab die idee, mit moosgummi als stempel und geklautem altpapier als oberfläche zu arbeiten. aber du musst verstehen, als wir uns auf perVERS als titel einigten, war klar, das buch muss der oberflächlichen bedeutungsebene von perversion auch optisch entsprechen: glitzernd, glänzend, prunkvoll und edel.

helve: seid ihr durch andere literarische strömungen beeinflusst? habt ihr vorbilder? wo würdet ihr euch selbst verorten?

catherine n.: ich fühl mich zwischen der brieffreundschaft zweier siebenjähriger und den memoiren von henry millers hauskatze.

christian w: ich seh mich klar in der zwar schon längst dagewesenen, viel gerühmten und viel gepeitschten, aber mir immer noch sehr sympathischen abkehr von gängigen erzählstrukturen, sprachkritik und dem spiel mit assoziationsströmen verankert. vor allem ding interessiert mich. ding sollte hochleben!!

helve: ihr existiert seit 2005 als literaturplattform poetro. könnt ihr kurz euren werdegang als kollektiv skizzieren? wie habt ihr zusammengefunden? welche stationen waren bislang wichtig?

catherine n.: am anfang waren wir zu viert mit einer idee und einem kreativen freundeskreis. unterstützung kam von jugendzentren und dem literaturhaus salzburg, inzwischen haben wir uns ja über österreich verteilt und nun gibt es einige wichtige stationen.

christian w.: eine nicht unwichtige bedeutung unseres antriebs trägt der ort, an dem wir uns zusammengefunden haben: salzburg. eine stadt, in der es 1. wenig raum für selbstorganisierte projekte junger menschen mit künstlerisch-kreativen ambitionen und 2. eine sehr kleine szene von jungen menschen gibt, denen der mischmasch aus (festspiel)hochkultur und (brauchtums)prestigekultur nicht nur zuwider läuft, sondern die da auch aktiv was dagegen bzw. für eben eine junge, freie kulturszene tun. unser spezialgebiet war die literatur und die vernetzung mit anderen (sub)kulturellen ausdrucksformen. in salzburg haben da schnell die „handlungswütigen“ menschen zusammengefunden. seit dem entwickelt sich das ganze projekt. wer mehr drüber wissen will: auf unsrer seite gibts ne rubrik zu unsren bisherigen lesungen & aktionen.

helve: ihr seid, wenn ich das richtig verstanden habe, aus salzburg abgewandert, weil euch das kulturelle umfeld zu wenig möglichkeiten bot. könnt ihr kurz die umstände skizzieren, die euch zu einer no-future haltung bewegt hat?

catherine n.: nein, ich bin nicht aus salzburg weg, nur weil es dort schwieriger ist, etwas auf die beine zu stellen. es hatte persönliche gründe. aber es stimmt, dass nach und nach alle treffpunkte für kulturinteressierte menschen von der stadt dicht gemacht werden (cafe denkmal, mark freizeit.kultur, die alte arge nonntal etc.), ist verdammt schade, aber noch schlimmer ist es, dass viele leute dadurch entmutigt werden und salzburg verlassen. so wie wir. eigentlich sehr feige…

christian w.: auch bei mir ist das nicht ganz richtig, weil ich in erster linie nach graz ging, um zu studieren. aber es stimmt schon, nach einer gewissen zeit, fängt man an, zu resignieren. in salzburg waren wir vor unsrem umzug nach graz sehr stark an der besetzung des kulturgeländes nonntal und anderen kulturpolitischen aktionen beteiligt. nach 3-4 monaten besetzung mit vielen lesungen, konzerten und freiraum-diskussionen kam der abriss. das motiviert nicht sonderlich. andererseits bewegt sich gerade dort, wo die maxime des aufrechterhaltens bestehender umstände hochgehalten wird, umso mehr.

catherine n.: jaja, keiner macht was, bis der eigene arsch brennt.

jopa bei einer lesung
jopa, ein im buch vertretener autor, beim abschmecken. © poetro

helve: wie habt ihr die zeit der arge nonntal besetzung erlebt?

christian w.: eine wunderbar schöne, von tiefen freundschaften und großen emotionen geprägte zeit war das. wir - zumindest ich dachte mit ein paar lesungen, flugzetteln und bannern die mozartstädtische kulturlandschaft verändern zu können. das war eine herrliche vorstellung, der ich mich gerne wieder ergeben würde. nüchtern betrachtet haben wir durch die besetzung der arge das bewusstsein der salzburger öffentlichkeit sensibilisiert. die abstrusen abstrusen budgetverteilungen der stadt, sowie die notwendigkeit eines autonomen zentrums sind wieder zum thema geworden.

helve: ihr lebt nun beide in graz. seid ihr schon im literarisch-kulturellen umfeld von graz subsumiert oder bewahrt ihr euch den blick von außen? und wie erlebt ihr, als außenstehende personen die kulturproduktiven kräfte der stadt?

catherine n.: der blick von außen… wichtig und unvermeidlich, weil ja doch immer mit dem, was man die letzten jahre erlebt hat, verglichen wird. man steht immer so ein bisschen dazwischen. auch je nachdem, ob man grade begeistert ist oder gerade gar nichts passt. je nachdem fühlt man sich dann natürlich dazu oder eben nicht dazugehörig als teil der kulturlandschaft in graz. (lacht)

christian w.: der blick von außen ist mir sehr wichtig, ich kann das ganze hier noch nicht so richtig einschätzen. andererseits will ich in einer lebendigen stadt wie dieser nicht auf das ein- und mitmischen verzichten. es tut sich grad sehr viel, die “freie”, selbstorganisierte kulturszene, der ich mich persönlich am nächsten fühle, bewegt sich wahnsinnig schnell, rund ums combinesch, ums spektral und ums sub erwacht ein neues bewusstsein des sich-vernetzens. im “etablierten” bereich sticht für mich ganz klar das forum stadtpark als spannenster ort heraus. da möcht ich auch noch einiges auf die beine stellen.

helve: ihr sprecht ja auch von “synthetischer Verschmelzung verschiedenster Subkultur-Ströme” auf eurer homepage. irgendwelche utopien in diese richtung? warum ist vernetzung ein wichtiger apsekt für euch?

christian w.: warum? ganz einfach: zusammen ist es schöner. man unterstützt sich gegenseitig, lernt spannende menschen/künstlerInnen/ideen/visionen kennen, stellt gemeinsam was auf die beine und bündelt energien.

catherine n.: stimmt. das hat für mich nicht unbedingt immer einen groß philosophischen hintergrund. ist einfach interessanter wenn nicht NUR literatur dabei ist.

christian w.: die utopien, die kommen dann von selber. wobei ich mir im moment erst wieder über den unterschied von sub- und nicht subkultur klar werden muss, die grenzen verschwimmen zu unklar. in diesem fall hemmt die philosophie und das zerdenken das einfache anpacken ein wenig. (lacht)

helve: danke fürs interview.

skype gespräche und andere unsittlichkeiten

bild-2.pngseit gestern ist das interview mit 2 autorInnen der literaturplattform poetro im kasten.

gesprochen haben wir mitunter über ihr erstes buch - einer anthologie von autorInnen aus dem umfeld des kollektivs. das war somit eine beschäftigung der vergangenen tage. wenn ich meine twitter-seite aktualisieren würde, dann würdet ihr wahrscheinlich auch schußfolgern können, was ich mit der anderen zeit so angefangen habe. das interview hat 2 stunden gedauert und wurde, damit mir die transkribtion erspart bleibt, via skype geführt . ihr denkt euch vl. ob interviews via skype nicht ein wenig die billig-methode sind. der persönliche charakter ist sicher etwas gebremst. ich weiß nicht ob ich das so beibehalten werde - im moment ist die chat-methode eine vergleichsweise zeitunaufwendige sache - aber wenn ich jemanden überhaupt nicht kenne, dann ist es mir auch ein bedürfnis die person, und sei es nur bei einer tasse tee, kennenzulernen. mich würde auch mal interessieren was eure meinung zu dem blog hier ist da es einfach relativ lange “hänger”, sprich beitragslose zeiten gibt. was denkt ihr drüber, meine imaginierte leserInnenschaft?

“projekt a - z” 1. grazer hausbesetzung für schwarz-grün

haus annenstraße im zuge der internationalen squating days haben sich auch in graz wieder squaterInnen zusammengefunden um ein zeichen gegen die europaweit stattfindenden räumungen von autonom geführten kulturhäusern (Räumung des Ungdomshuset in Kopenhagen, des Køpi in Berlin, des Rhino in Genf und Attacken auf weitere Zentren) zu setzen. auf lokaler ebene gilt es dem schwarz-grüne bekenntnis für ein selbstverwaltetes kulturzentrum nachdruck zu verleihen.


seit freitag 23 uhr ist das haus in der annenstraße nr. 3 besetzt. für heute samstag, 17 uhr ist ein haus- und straßenfest (mit anschließender party) geplant zu dem auch nachbarInnen per flyer und plakaten eingeladen wurden. alle menschen, denen ein kultureller freiraum ein anliegen ist, sind eingeladen vorbeizukommen um die sache vor ort zu unterstützen.

Die Anliegen und Ziele der HausbesetzerInnen sind auch nach der letzten Gemeinderatswahl die selben: Einerseits wollen wir aufzeigen, dass nach wie vor ein großer Teil von Wohn- und Nutzraum leersteht; dass dieser Raum nach dem kapitalistischen Grundkonsens auch nicht genutzt werden darf. Andererseits wollen wir die Errichtung eines autonomen Kulturzentrums in ungenutztem Raum vorantreiben, indem wir diesen Raum allen Menschen wieder zugänglich machen.

banner_squating days

geplantes Programm vor Ort:

Samstag, 12.4.
Sprayschablonenworkshop
ab ca. 17:00: Straßenparty mit gutem Essen und Musik - Projekt A-Z Einweihungsparty
abends “worst of the 80ies/90ies”

Sonntag, 13.4.
nachmittags Workshops zu den Themen “Straf- und Verwaltungs-recht”, Erste Hilfe, Klimawandel
nachmittags Konzert mit Z.U.A., Packofwolves, in sane

Montag, 14.4.
mittags Workshop “Handwerkliche Selbstermächtigung”

Für Montag, 15:00, wurden Politiker_innen der Stadt Graz, namentlich BgmStvin Rücker, StR. Riedler (Kultur) und StR Rüsch (Finanzen & Liegenschaften) zu uns ins Haus eingeladen, um über die Umsetzung des Koalitionsabkommens, das die Einrichtung eines autonomen Kulturzentrums vorsieht, zu diskutieren.

weitere infos und neuigkeiten zur situation vor ort finden sich wie immer auf:
freiraum.at.tt
at.indymedia.org

erotik unter verschluss - dokumentation in orf 2

frau auf penis


etwas spät aber einen kurz-beitrag wert: “erotik unter verschluss” so heißt eine 2 teilige dokumentation von peter woditsch, einer koproduktion von orf und arte, deren erster teil heute um 0.35 in orf 2 ausgestrahlt wird. peter woditsch sucht dabei ehemalige (oder noch immer) unter verschluss gehaltene sammlungen erotischer kunst in ganz europa auf. wahrscheinlich aufschlussreich über die bestehende und vergangene sexualmoral einer durch das christliche abendland geprägten gesellschaft. detail am rande: eines der größten geheimen erotischen museen befindet sich im vatikan.

Denn damit die Zensur sagen konnte, welches Werk auf den Index kam, musste sie sie lesen und archivieren.

ausstrahlung von teil 2 ist kommende woche am 14. 4. ebenfalls im zuge des formats art.genossen.

ich versuche zu beobachten…

rebell.tv logo

stefan m. seydel (sms), sozialwissenschaftler aus dem schweizerischen thurgau, spricht hier über seine arbeits- & herangehensweise auf seinem gar nicht so kleinen beobachtungskosmos rebell.tv… (video stammt aus dem jahr 2005, ist aber gleichsam sehenswert.)

hier gehts zum video: http://tv.rebell.tv/p288.html

nebenbei hat er rebell.tv um ein magazin erweitert. damit tritt rebell.tv in seine 13. projektfase seit 1998. gratulation.

helve sampelt was vor sich her…

devoteaser ich bin im moment krank und sollte eigentlich das bett hüten (helve leidet im “pink-dots-design” mit), viele texte für die uni lesen, und mich vor allem gesund schwitzen damit der virus meinen körper schnellstmöglich verlässt.


also keine zeit zu posten oder interessante dinge zu recherchieren. bin aber gestern auf mark mothersbaugh gestoßen und so wird es, sobald ich wieder auf den beinen bin, einen artikel über ihn zu lesen geben… er hat ja meines wissens das musikvideogenre (mit)erfunden und seine musikalische arbeit findet sich in so vielen filmen, videospielen, und fernsehwerbungen, dass euch seine musik sehr wahrscheinlich schon mal untergekommen ist. und dann gab es da noch die new-wave band devo…

gut feeling - devo - 1978

keine angst, auch interviews gibt es demnächst wieder welche.

apropos: seit kurzem sind auf helve 2 menüpunkte (siehe: rechts oben) dazugekommen.
calls for entries:
hier finden sich vl. nützliche hinweise auf calls und andere ausschreibungen sowie eine rubrik mit europäischen kultur/web/kunst mailinglisten.
bücherregal:
das bücherregal ist eine ansammlung von literatur die ich gelesen habe bzw. noch lesen werde.
falls jemand glaubt, dass in diesem bücherregal noch das eine oder andere werk fehlt, der/die kann mir ein email an contact [at] helve.org schicken. hinweise sind immer erwünscht…

ach ja und der aufruf an diesem blog mitzuschreiben steht nach wie vor, deshalb:
wem dieser blog hier gefällt und gern über tech/web/kultur/kunst/film/theorie/medien/feminismus etc. schreiben will ist herzlich eingeladen dies auf helve zu tun. geld gibts (noch) keins. mir schwebt ja eine deutschsprachige version von boingboing vor. (größenwahn? - bien sûr.)

hi, my name is geert wilders and i’m proudly presenting: “fitna”

we are sorry crop “we’re sorry!” - populisten bashing 2.0: die niederländischen künstlerInnengruppe mediametic bezieht stellung zur medialen überbewertung eines von einem rechtspopulisten angekündigten anti-islam films.



während im internet seit längerem darüber spekuliert wird, ob der 15 minütige film “fitna” (zu dt.: zwietracht unter den muslimen) des niederländischen rechtspopulisten geert wilders überhaupt existiert, hat sich das niederländische künstlerInnenkollektiv mediamatic der sache angenommen um der welt mitzuteilen, dass die menschen in den niederlanden, auch wenn sie die meinungsfreiheit eines jeden hochhalten, oft nicht mit allem einverstanden sind, was gar manch verwirrter rechtspopulist so von sich gibt.

There is this not-so-intelligent Dutch politician that attracts attention by doing populist provocations. His name is Wilders. Geert Wilders.



auf der webseite mediametic.net/sorry ruft das kollektiv dazu auf einen selbst gemachten film, in welchem man sich für das peinliche verhalten von geert wilders entschuldigt, auf diverse online plattformen (youtube, myspace etc…) hochzuladen und ihn gleichzeitig mit schlüsselwörtern wie “fitna”, “sorry” und “geert wilders” zu versehen. der dadurch entstehende medien-noise soll dazu beitragen die welt darüber aufzuklären das vielen menschen das verhalten manch ihrer landsleute mehr als peinlich ist und dabei helfen die suchanfragen nach den “heißen” schlüsselwörtern durch die weiten des internets zu verstreuen.

Put on a blonde wig, look cross eyed and say you’re sorry. Film it with you telephone or camera. Then, publish it on line as many times as you can, Youtube, Hyves, Myspace any place. Call it Fitna by Geert Wilders. Add any statement that you like to. Link to your movie and to other movies you like from your blogs and websites. Sorry!



hier kann man sich von bereits hochgeladenen fitna-filmen inspirieren lassen.



[update 28.03.08 14:36]
mittlerweile ist der fitna-film online abrufbar. und zeigt uns der film irgendetwas neues?

dazu mediametic:

Wilders’ 10 minute collection is filthy. He interlaced it with Qur’an quotes suggesting that all these crimes are justified and prescribed by Islam. Of course one could have done the same with the old testament. Boring demagogy that is so transparent that it will hardly convince anyone of anything. Embarrassing indeed. Can we now get back to work please

p.s.: die wahrscheinlichkeit in europa einem terroristischen anschlag zum opfer zu fallen ist so hoch wie die möglichkeit von einem blitz getroffen zu werden. halten wir unsere realistischen bedrohungen ein wenig mehr im fokus und überlegen wir uns lieber zweimal wie wir die medieninhalte die täglich auf uns einwirken gewichten. vergessen wir nicht, dass das leben an sich seine gefahren birgt (todesfalle haushalt) und die realisierung eines staates der jegliche gefahr von seinen individuen abwendet ein ziemliches absurdum ist. (siehe dazu einen kürzlich erschienen artikel von ilija trojanow auf derstandard.at)[update ende]

nicht das was sie suchen?
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try these websites instead:

“the original fitna film by geert wilders”

“you finally found it: fitna by geert wilders”

freies kulturzentrum ROG (slo) in gefahr

wie ich gestern über einige mailinglisten erfahren habe, ist das selbstverwaltete zentrum ROG und die damit verbundenene autonom-und hierarchiefrei ausgerichtete organisationsform des laibacher kulturzentrums in gefahr.

rog_tovarna

nachdem der bürgermeister von laibach zoran jankovic das areal am 22.3. gegen 22.30 “spontan” besuchte ließ er verlauten, dass aufgrund der beherbung einer gruppe deutscher wandergesellen ein vertragsbruch mit der stadt vorliegt, der ihm die mittel in die hand spielen würde, das areal sofort räumen und schließen zu lassen. (der vertrag beinhaltete die klausel, dass keine person auf dem areal übernachten oder über längeren zeitraum beherbergt werden darf.)

es liegt natürlich auf der hand, dass die temporäre unterbringung der einen kongress organisierenden gesellen nur einen vorwand abgibt um dem politischen störfaktor ROG-factory den existenziellen boden unter den füßen zu entziehen.

The world of walls, security services , exclusions and discrimination is the world of Mayor JankoviÄ. Rog is a different world. Many have finally found a place in it where they can express themselves freely. Many have found in it the dignity and value of their life. Everything, that the world of Major JankoviÄ wants to deny them.

für eine handvoll einflußreicher personen (vor allem wirtschaftstreibende) befindet sich das frei verwaltete kulturzentrum auf lukrativem boden der sich prima dafür eignen würde das nächste bürogebäude oder einkaufszentrum mit blick auf die city zu errichten

unterstützen wir durch unsere unterschrift den weiteren erhalt eines autonom-verwalteten kulturzentrums!

hier gehts zur petition:
http://www.njetwork.org/spip.php?article67