Hella Comet im Interview

hella comet_bandfotoHella Comet ist eine Band, ‚Wild Honey‚ heißt ihr aktuelles, zweites Longplayeralbum, zum Interview gebeten habe ich Lea Sonnek (Bassgitarre und Gesang) und Franz Wolfgang Gurt (Gitarre).

Helve: Ihr habt Ende letzten Jahres euer aktuelles Album ‚Wild Honey‘ herausgebracht und nach eurem ersten Album ‚Celebrate Your Loss‘ aus dem Jahre 2010 klingt es mehr nach Pop. Keine Nummer dauert länger als acht Minuten und die Instrumentalparts sind auch kürzer ausgefallen, war das Absicht?

Franz: Ist beim Machen so geworden. Und mit Pop hab ich ein Problem, da Pop-Musik im Moment ziemlich scheiße ist, also wenn man uns mit Pop vergleicht, dann hat das nichts mit uns zu tun.

Lea: Also, weiß ich nicht, das beurteilen ja die anderen…

Franz: Ich glaub, wir denken nicht in solchen Kategorien, oder ob es wild oder weniger wild geworden ist. Die Lieder haben wir so aufgenommen, und bei den Konzerten ist es dann wieder anders. Wir sind da ohne großes Konzept ran gegangen.

Helve: Das Album herausbringen, auf Tour gehen, oder in Groningen spielen, in Wien der Album-Release im Chelsea. Ist das dann anstrengend oder macht es einfach Spaß?

Franz: Solange es irgendwie Spaß macht, fällt es einem nicht so auf, dass es schwierig ist. Wenn man mit Leuten zusammenarbeitet die man mag, dann geht es. Wir bringen ja auch nicht jedes Monat eine neue Platte raus. Ich hab nicht das Gefühl, dass es mühsam ist. Wir spielen ja auch bei Veranstaltungen wie letztens dem ‚Lou Reed Tribute Abend‘ im Club Wakuum und finden Gefallen daran, ein Noise-Set zu machen, bringen dann Kassetten heraus und bringen uns bei unterschiedlichsten Veröffentlichungen ein.

Helve: Wie ist eure Arbeitsweise, wenn ihr an eine Nummer rangeht, ist das viel Stückwerk oder entsteht eine Nummer teilweise einfach aus einer Emotion heraus?

Lea: Bei dem Album war eigentlich jede Nummer anders, kann man sagen.

Franz: Wie beim alten Album aber auch. Wir jammen an Ideen, bis wir eine ungefähre Form gefunden haben. Das wird in einer Version mal aufgenommen, bis wir langsam wissen, wohin es geht. Wir recorden meist live ohne Klick. Vor allem die Basics werden immer live aufgenommen.

Helve: Wie ist das bei dir Lea, wie machst du das mit dem Gesang. Hast du dann teilweise schon einen Text, den du zu einer Nummer im Kopf hast?

Lea: Das ist auch unterschiedlich. Manchmal passt ein Text auf ein Stück, manchmal entsteht zuerst eine Melodie oder eine gewisse Rhythmik. Für zwei Lieder hat es viele Anläufe gebraucht, bis ein Gesang gestanden ist, der mir gefallen hat. Ich probiere was, dann verwerfe ich es, weil es mir zu banal vorkommt, oder zu sperrig ist. Ich probier‘ bis das Gefühl dazu stimmt. Manchmal steht es beim ersten Mal und daran gibt’s nix zu rütteln, z.B. bei „Mind Owl“. Im Endeffekt ist das alles eine Gefühlsgeschichte, bis dann alle sagen, dass das das Lied ausmacht. Manchmal war es wirklich ein langer Weg.

Helve: Mir ist vorgekommen, dass du auf diesem Album mehr singst als auf dem letzten?

Lea: Ja, das kann sein. Da gab es so Situationen, wo wir dachten, da fehlt ja noch was… bei dem Stück, da fehlt noch Stimme… Wir haben aber eigentlich mehr Stücke aufgenommen, als auf dem Album sind. Da waren auch Instrumentalstücke dabei, da hat es keine Stimme gebraucht.

Helve: Mir ist nur aufgefallen, dass du mehr singst, aber ich muss auch sagen, dass ich die Texte akustisch schwer verstehe.

Lea: Wir haben diesmal auch keine Texte ins Booklet geschrieben. Beim letzten Album haben wir sie noch dazu gesteckt. Für mich war es so, dass ich vor dem ersten Hellas Album, kaum was „Fixes“ und mehr gejammt oder Free-Sessions gemacht hab. Das war ja beim „Stoned Marajacuja“ Album damals auch so, ich hab da nur irgendwas eingesungen. Ich hab einfach nicht an das Beständige geglaubt, nur an den Moment.

Helve: Du meinst, wie bei einem Gedicht, du schreibst einen Text und der hat Bestand für den Moment, in dem du ihn geschrieben hast.

Lea: Vielleicht.. für mich war das immer so. Der Moment ist vorbei, jetzt ist ja ein anderer Moment. Aber! .. trotzdem war dieser Moment nun real und vielleicht ergibt der Ausdruck eines Moments in einem anderen Augenblick wieder neuen Sinn.. wie ein Wort.

Helve: Ich denk mir, dass es beim singen jedoch schwer ist wenn du einen Text einmal gesungen hast und ein bestimmtes Gefühl damit verbindest, dieses Gefühl im Singen wieder aufzugreifen.

Lea: Bei mir ist das vielleicht nicht so schwer, da meine Texte sehr allgemein gehalten sind, in Gedanken, die ich auch jetzt lebe und voll empfinde. Nicht so in dem Sinn, „Ich gehe jetzt spazieren und der Baum ist grün“, weil ich so nicht bin. I steh nicht so auf diese Art Geschichten. Das hab ich schon beim letzten Album so gefühlt, dass ich da über etwas singe, über das ich in 10 Jahren auch noch immer so singen kann. Bei dem Album war es so, ich dachte mir; warum ist es nicht eigentlich cool, ein Lied einfach so hören zu können und – da Leute oft sehr textorientiert sind, Texte „verstehen“ wollen und ihr Augenmerk darauf legen, und das „Verstehen“ von Musik dadurch zu einer so kopflastigen Sache wird – den Text außen vor zu lassen. Man gebraucht seinen Verstand so stark, um Musik verstehen zu können. Ich meine, diese Sache hat voll seine Berechtigung und ich verstehe es total. Aber diesmal haben wir gesagt, wir geben keine Texte heraus und lassen Interpretationen bewusst offen. Da kommt dann auch wieder der Titel des Albums ‚Wild Honey‘ ins Spiel. Warum kann man’s nicht anhören, reingeh´n, und was man versteht, versteht man eh und was du net verstehst, kannst spüren..

Franz: Texte sind ja in Wirklichkeit auch scheißegal. A Gedicht is a scheißegal. Ein Gedicht sagt zu einer gewissen Zeit auch sauviel aus und dann…

Helve: Also es gibt für mich schon Texte die Bestand haben über die Zeit.

Franz: Ja, sicher, aber warum hat ein Dreizeiler mehr Berechtigung als ein Roman, der nur autobiografisch ist. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und es gibt Texte die gehen ungefähr so: „ Ahhh Ahh Ahhh Ahhh – Thunder“ (Anspielung auf AC/DC) und jeder versteht es und der Text ist eigentlich egal. Es gibt Texte zu anderen musikalischen Ausdrucksweisen, also nicht Hard-Rock, da sind dann die Zeilen eben anders, haben dort ihre eigene Berechtigung. Wir haben die Fragen im Studio fast gleich gelöst, wie der vermeintliche Zuhörer. Man hört es und spürt es, und dann gibt’s ein Ja oder Nein. Das macht Lea so mit den Texten, und wir zusammen mit der Musik.

Lea: Es verändert nicht die Aussage vom Stück, meinst des?

Franz: Ja. Das verändert uns auch nicht als Band. Im Gegensatz zum Album davor, wo die Texte abgedruckt waren. Das verändert nicht die Aussage von uns und unserer Musik. Ich finde auch nicht, dass es unsere Aussage verändert, wenn wir ohne Gesang und Schlagzeug und lediglich mit 4 Gitarren spielen.

Helve: Lea du wolltest etwas dazu sagen, dass der Titel „Wild Honey“ eure Arbeitsweise beschreibt…

Lea: Ja, das vorletzte Album hatte eine Aussage und das war Gesamtkonzept, und diesmal war die Idee, es frei zu lassen. Wild ist ja nicht im Sinne von ‚Gemma Gas‘ gemeint. Wir haben bei der Produktion gespürt, dass wir alles zulassen wollten. Wir haben vieles, und wenn es auch viel Arbeit war bei manchen Liedern, probiert. Für mich ist wild ungezwungen, unbeschnitten, wie wilde Tiere, die nicht in einen Käfig passen, im Sinne von; man darf sein, wie man is´..

Franz: Wir machen halt das, worauf wir gerade Lust haben, und dann stressen wir uns auch mal, innerhalb von 2 Wochen eine Kassette zu veröffentlichen.

 

IMAG0345Helve: Ich denke, dass Musik machen, und ihr habt ja alle einen Job, der ungezwungenste Platz sein sollte, also Freiraum, den ihr euch selber gebt.

Franz: Da muss man eigentlich am meisten dran arbeiten, dass der Raum wirklich ungezwungen bleibt. Das ist für uns auch irgendwie ‚Wild‘ gewesen. Ungezwungen im Sinne von – wir wollten nach unserem ersten Album nicht bewusst etwas machen, das so oder so klingt. Für uns ist es später eher interessant zu hören, was andere Leute zum Album sagen.

Helve: Das Album bekam ja, was man so im Netz lesen konnte, ziemlich gute Kritiken. Ihr habt beim Groningen Festival gespielt, und ihr seit auch für den Amadeus Award vornominiert gewesen. Fühlt man sich durch so etwas geehrt? Oder macht das alles schwieriger? Seht ihr in FM4 nach wie vor einen Katalysator für die österreichische Musikszene?

Franz: Es gibt bei FM4 zwei, drei, vier Leute, die unsere Sachen auch mögen und die spielen das in ihren Sendungen.

Lea: Es gibt ein paar Leute die schon relativ oft österreichische Bands spielen. Ich hab auch unlängst gelesen, dass es das erste Mal der Fall war, dass gleich zwei österreichische Bands in den Charts waren. Ist schon gut, dass es FM4 gibt.

Franz: Also wie wir mal zur selben Zeit in den Sendungen „Heartbeat“ und „House of Pain“ gespielt worden sind, war das schon eine Ehre für uns. Da diese Sendungen zwei ziemlich konträre Gitarrenmusiksendungen sind, hat das das für uns ganz gut getroffen.

Helve: Wenn ihr dann so Reviews im Netz zu lesen bekommt und Vergleiche mit Bands wie Sonic Youth genannt werden, wie geht ihr damit um und ist das für euch überhaupt ernst zu nehmen oder könnt ihr damit was anfangen?

Lea: Ich mach mir grundsätzlich darüber gar keine Gedanken. Aber ich versteh es, da es eine Art von Kommunikation ist, und wenn ich eine Band mag, dann such ich nach Vergleichen. Also, da ich persönlich gar nicht Sonic Youth höre, ist das für mich auch kein Problem, wenn du verstehst, was ich mein. Wenn ich sie oft hören würde, würde ich mir wahrscheinlich mehr Gedanken darüber machen.

Franz: Ich find´s immer spannend, wenn wir mit Bands verglichen werden, die ich nicht kenne. Sonst ist es mir eher egal, weil ich kenne ‚Sonic Youth’und 90er Jahre Gitarrenmusik und denk mir dann Aha, ja ok. Aber wenn jemand schreibt, wir klingen wie eine Band, die ich nicht kenne, dann hör ich mir sie natürlich sofort an. Sonst machen wir uns darüber eigentlich nicht so viele Gedanken.

Lea: Es hat keine Konsequenz für uns. Im Endeffekt freut man sich über jede Rezension. Und diese überschwänglichen stellt man so irgendwo in Frage. Warum ist der so überschwänglich? Hat der jetzt die Musik gehört oder den Pressetext kopiert? (schmunzelt) Und es gibt auch diese, die sich wirklich mit der Musik auseinandersetzen und das ist dann das Spannende. Es gibt so viele gute Bands und es ist gut, wenn es jemand wahrnimmt. Und wie wir auch immer kategorisiert werden, es stört mich nicht, denn es beeinflusst meine Arbeitsweise nicht.

Franz: Es ist ja auch keine Wertung. Wenn da steht ‚Sonic Youth und 90er‘ dann ist das wohl eher kategorisch gemeint. Wenn da steht; ‚ ..der Gesang ist viel zu leise und das Schlagzeug klingt scheiße ..‘ dann können wir damit arbeiten für die nächsten Aufnahmen.

IMAG0344Helve: Und sucht ihr euch eure Kommunikationskanäle im Zeitalter von Soundcloud oder Facebook aus und macht es das ganze leichter oder doch umständlicher? Im Sinne von präsent sein, mein ich.

Lea: Wir sind so eine kleine Band und wir haben keinen Agenten oder ein großes Label. Als wir in Groningen waren, haben wir so richtig gemerkt, was das für eine Maschinerie ist. Wenn du als Band auf vielen Festivals spielen willst, dann musst du dir einen Agenten kaufen und der kauft dir die Festivals und das ist ein Business wie überall anders auch. Und das ist eigentlich erschreckend und holt einen ganz schön runter. Ich hab nach Groningen schon ein wenig die Krise bekommen und dachte mir, „Hey ich geh jetzt wieder auf die Straße singen und es ist mir eigentlich scheißegal, ob ihr mich hört oder nicht, es ist mir einfach wurscht“. Ich mach mein Ding und der Rest ist mir egal. Andererseits erhält man damit gewisse Möglichkeiten. Sonst muss ich arbeiten gehen, damit ich ein Konzert spielen kann.

Helve: Groningen war also eher abschreckend?

Franz: Wir waren dort und haben sehr viel gelernt und haben von der Maschinerie eben ein bisschen mehr mitbekommen. Wir wissen jetzt einfach genauer, was wir machen wollen. Es war eh auch lustig, es sich anzuschauen, es war auch super.

Lea: Ich war voll krank und hatte 40° Fieber…

Helve: Kommen wir ein wenig zum Artwork des Albums. Man sieht darauf 2 Eulen, die eine Elster reißen. Was bedeutet das? Hat das jemand von euch gestaltet oder habt ihr da jemanden der dafür verantwortlich ist?

Lea: Irgendein Schriftsteller hat einmal gesagt „Wenn man ein Gedicht beschreiben oder erklären muss, dann ist es eh kein gescheites Gedicht…“

Franz: Zuerst dachten wir uns – es kommt auf keinen Fall ein typisches ‚Post-Rock‘ Motiv mit irgendeiner Landschaft oder Viecher aufs neue Albumcover rauf.

Lea: Weil des haben wir ja schon zweimal gehabt.

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Wild Honey – Albumcover

Franz: Dann waren die Songs schon im Plattenpresswerk, das Mastering war fertig und wir hatten noch immer kein Cover. Auf der Homepage vom Matthias Piket, der bisher alleunsre Coverfotos gemacht hat, haben wir dann das Foto entdeckt. Es war ganz schnell klar, dass wir das nehmen werden. Eigentlich ist es ein bisschen abstrahiert von der 10 Inch davor, wo ein Fuchs im Weltraum tot auf der Straße liegt. (lacht) Aber es passte halt einfach perfekt.

Lea: Sobald du Menschen auf dem Bild hast, hast du soviel Aussage dabei. Was haben die an, wie bewegen sie sich, wie sitzen oder stehen die, ist es einer, sind es zwei, drei oder fünf, oder fünfzehn. Du hast automatisch viel mehr Aussage, wenn du Menschen aufs Cover holst. Du hast das Gesicht, die Mimik, die Augen. Wir haben soviel probiert, an viele Sachen gedacht. Wir haben gewusst, es muss Weite haben, weil für uns ist die Musik voll offen ist, einen weiten Raum verlangt. Wir haben auch selbst viel fotografiert, Struktursachen, wie Steine und Holz zum Beispiel.

Franz: Die Musik war ja schon fertig und wir konnten uns alles anhören. Da bekommst du so ein gewisses Feeling für etwas, das man nicht in Worten ausdrücken kann. Es hat dann einfach gepasst mit dem Foto. Mit dem Albumtitel war es das gleiche. Die einzige Frage war, ob es uns nicht einfach zu beschreibend ist.

Helve: Ihr postet auch öfters auf Facebook…

Lea: Ja, wir wollen ja auch spielen.. und die Leute sollen uns nicht ganz vergessen. Ich will ja eigentlich gar keine Facebook Seite haben, eigentlich muss man das boykottieren… Aber andererseits haben wir auch so wieder Kontakt bekommen… (meint mich – Anm. d. Verfassers)

Franz: Manchmal macht das Raufstellen von Inhalten auch Spaß. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu sehr reinkippt. Solang es Spaß macht, da ein bisschen rumzuklicken und was raufzuladen und es sich um unsere eigenen Inhalte handelt, ist es okay. Die persönliche Ebene ist uns aber noch immer am wichtigsten. Wir bringen Musik raus auf Labels, die wir persönlich kennen. Wir spielen am liebsten bei Konzerten, wo wir Leute persönlich kennen, oder zumindest eine Ahnung haben. Man muss schauen, ob´s passt, für die Leute und uns selber.. Wenn man viel Lust hat, fährt man eben nach Polen oder Mailand oder so.

Lea: Wir haben aber auch viele Fans, die keinen Facebook Account haben. Wir haben aber auch gerade eben keine große Website. Man kann aber Kontakt herstellen über die Webseite.

Franz: Auf unserer Webseite ist eigentlich alles drauf, was man braucht. Es gibt viele Bands, die übertreiben bei ihren Webauftritten einfach zu sehr. Es geht uns ja darum, Musik zu machen und die kann man bei Konzerten erleben oder eben auch kaufen, als Download, Vinyl oder CD. Wir arbeiten eh daran, dass wir nicht zu abgeklärt sind. Wir überlegen uns auch bei jedem Konzert, ob wir dort spielen sollen. Wir machen uns darüber wirklich Gedanken, nicht nur wegen uns, sondern auch, ob es für die Stimmung und für die Leute passt. Und dann spielen wir oder spielen nicht.

Lea: Wir nehmen ja nicht mal jede Fan-Anfrage auf Facebook an. Das musst du dir mal vorstellen, als Band geht das ja fast nicht. (lacht)

Helve: Ihr seid also ein bisschen wählerisch…

Lea: Wir stehen uns gern selbst im Weg. (lacht wieder) Wir haben halt schon mal wo gespielt, wo wir ein bisschen Bauchweh gehabt haben, und das war einfach nur schrecklich. Wir sind halt keine Unterhaltungsband und wir fühlen uns auch nicht als Unterhaltungsband.

Franz: Wir haben schon auf super Festivals gespielt, wo wir auch nur Opener (Eröffnungsband) waren, auch das kann durchaus funktionieren. Wenn wir zum Beispiel auf einem Open-Air spielen, dann wünschen wir uns eigentlich immer den Sonnenuntergang als Kulisse. Eigentlich ist es nicht wichtig, aber wir überlegen uns das. Wir schreiben das dann auch hin, ich würde das jetzt nicht als besonders wählerisch bezeichnen.

Helve: Ist für euch gute Musik Geschmacksache, also was persönliches oder gibt es für euch schon diesen State-of-Mind Faktor, im Sinne von gute Musik braucht das und das?

Lea: Du meinst, ob man mit Verstand oder Emotion entscheidet. Wenn was nicht cool ist, kann mans’ ja nicht hören. (lacht) Ich konsumiere kaum, also ich hör recht wenig Musik. Gerne, wenn Freunde was machen. Ich habs’ eher voll emotional mit dem Musik hören. Ich brauch da eine Verbindung, einen Zugang.

Franz: Es gibt gute Musik von der Aufnahme und vom Sound her und so. Es gibt gut produzierte Musik, die von den Medien aufgenommen wird und gut funktioniert. Es gibt Musik, die Live sich erst so richtig entfaltet. Es gibt gute Musik, die man nur hinschreibt und dann interpretiert sie jemand anderes.

Lea: Ich hör, wenn es bei mir schon recht ‚zach hergeht‘ und ich weiß, dass noch einiges zu erledigen ist, gern was von Mozart oder Bach, und zwar quer durch. .. Das ist dann etwas, das mich runter-holt. Das ist stimmig und ich bin dann gut geerdet vom Gefühl her.. und das ist für mich einfach wertvolle Musik, und dann bin ich dankbar, dass es das gibt. Die Musik gibt mir wieder eine Verbindung, die ich sonst in manchen Momenten auch nicht herstellen kann. Das macht dann das Medium Musik. Das kann aber auch ein Gedicht sein und man sagt einfach innerlich Dankeschön. Das kann aber auch ein Lied von Grazer Bands wie Reflektor oder den Striggles sein.

Franz: Es soll einen einfach berühren, und natürlich muss das eigene Zeug, das man macht, auch berühren, sonst magst es nicht lang machen.

Helve: Wie stehts eigentlich mit dem Austausch mit anderen Bands?

Lea: Wir kommunizieren eigentlich viel mit anderen Bands. Wir fragen uns gegenseitig und beschimpfen uns auch mal. Bei Bands wie uns musst dir schon mal einen Proberaum oder eben auch Equipment teilen.

Helve: Gibt’s für euch in Graz eigentlich eine Location wo ihr gern noch spielen würdet?

Franz: Ja, überall dort, wo wir noch nicht gespielt haben. Und in Graz hat man dann immer wieder Hoffnung, dass doch noch was geht.

Helve: Danke fürs Interview.

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Die aktuellste Veröffentlichung von Hella Comet ‚TTMMM‘ gibt es bei Interstellar Records zu erwerben. Der vergangenes Jahr erschienene Long Player ‚Wild Honey‘ ist bei Noise Appeal Records erschienen. | Hella Comet Webseite – http://hellacomet.mur.at/ & Hella Comet auf Bandcamp – http://hellacomet.bandcamp.com/ |

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Veröffentlicht von

helve

Christian Kahr, geboren am 19.06.1979 in Graz. Workaholic if necessary, lazy if it's possible.

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