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ein gedicht, dass auch heute noch in schulen und kindergärten als kinderlied gesungen wird, ist wolfgang von goethes “heidenröslein”. das lesen der zeilen hinterläßt aber einen eher bitteren nachgeschmack und man wird dabei das gefühl nicht los, dass man gerne kotzen möchte bei dem beschriebenen “liebesakt” viel gewalt im spiel ist. (danke eva für den hinweis)

Heidenröslein - von Johann Wolfgang von Goethe: 1. Sah ein Knab ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden; War so jung und morgenschön, Lief er schnell, es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden, Röslein, Röslein Röslein rot. Röslein auf der Heide. 2. Knabe sprach: “ich breche dich, Röslein auf der Heiden”; Röslein sprach “ich steche dich, Dass du ewig denkst an mich, Und ich wills nicht leiden” Röslein, Röslein Röslein rot. Röslein auf der Heide. 3. Und der wilde Knabe brach s’Röslein auf der Heiden. Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch kein Weh und Ach, Musst’ es eben leiden. Röslein, Röslein Röslein rot. Röslein auf der Heide.     

 

Christine Künzel - Knabe trifft Röslein auf der Heide (Goethes „Heidenröslein“ im Kontext einer Poetik sexueller Gewalt) - Bis heute ist das „Heidenröslein“ in Volksliedsammlungen unter der Rubrik „Liebeslied“ zu finden, wobei auch die Illustrationsgeschichte eine Deutung in diesem Sinne über Jahrhunderte unterstützt hat. Da wundert es nicht, dass literaturwissenschaftliche Arbeiten, die explizit das Thema der Darstellung sexueller Gewalt in dem Lied behandeln, die Ausnahme bilden. Das Anliegen des Beitrags ist es, das „Heidenröslein“ einmal im Hinblick auf eine Poetik sexueller Gewalt zu lesen, d.h. bestimmte Merkmale herauszuarbeiten, die einer Tradition der Darstellung sexueller Gewalt in der Lyrik entsprechen und auf Aspekte hinzuweisen, die sich dieser Tradition entziehen. Es gilt also, eine bestimmte Poetik bzw. Ikonographie zu entdecken, die dafür spricht, dass das „Heidenröslein“ durchaus Bestandteil einer literarischen Tradition der Überblendung von sexueller Gewalt und Liebe ist. Ein Blick in den Katalog poetischer Repräsentationsformen sexueller Gewalt genügt, um festzustellen, dass der Topos des „Rosenbrechens“ vom Mittelalter bis weit über das 18. Jahrhundert hinaus sowohl als Symbol sexueller Gewalt als auch als Liebessymbol fungierte. via radicalhumanity.org / crossposting


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