‘Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.’
heute wäre die große französische schriftstellerin und philosophin 100. jahre alt geworden. ihr wohl berühmtestes buch ‘das andere geschlecht’, (frz.: la deuxieme sex) rüttelte an den verankerten rollenbildern in den köpfen von männern und frauen und hat bis heute nichts an aktualität eingebüßt. erstaunlich das sie sich zu jenem zeitpunkt nicht mit dem feminismus anfreunden konnte. erst als sie der sozialistischen revolution, an deren glückende umsetzung sie lange zeit glaubte, den rücken kehrte, wurde sie auch fémme actioniste der frauenbewegung.
ihre offene beziehung zu jean paul sartre, die über 50 jahre lang hielt, festigte ihren ruf als vorzeigepaar der französischen intellektuellen. getrennte wohnungen gemeinsames essen in restaurants, getrennte oder gemeinsame liebschaften… sympathisch an ihrer person ist, dass sie sich nie als ein unsexuelles wesen verstand sondern auch stets offen über ihr liebesleben und ihre beziehungen schrieb. diese tatsache nahm der Le Nouvel Observateur, eine linke französische wochenzeitung, zum anlass, sie gleich nackt auf die titelseite zu stellen, was den gerechtfertigten protest der franz. frauenbewegung hervorruf. schließlich würde diese art der inszenierung wohl kaum bei einem männlichen kollegen passieren.