der in frankreich geborene komponist und multi-instrumentalist, der auch schon auf dem renomierten elektronik-label rephlex veröffentlichte, verzauberte das anwesende publikum mit seinen hypnotisch-holpernden songstrukturen.
immer mit dabei: sein menchanisches orchester ‘mecanium’, ein orchester aus metallbaukastenteilen und akustischen instrumenten aus aller welt, die - von elektromotoren betrieben - jedes eine kurze melodie oder einen rhythmus als loop wiederholen. die einfachheit der erzeugten klangskulpturen führt einem vor augen wie minimiert ein arrangement sein kann, ohne dabei seelenlos zu wirken. pierre bastien ist ein meister des minimalismus, sein dadaistischer einfluß ist spürbar, die rythmen und loops besitzen dennoch eine kräftige brise funk. wer die mögichkeit hat pierre bastien live zu sehen wird zusätzlich belohnt. sein orchester, das mitunter schon aus 90 einzelteilen bestehen kann und von motoren alter plattenspieler betrieben wird, wirkt wie ein kleines wunderland. ein durch windbewegungen zum flattern gebrachter papierstreifen schlägt auf eine kleine trommel, da rotieren aus plastik geformte orgelpfeifen, eine plattenspielernadel schlägt im, durch ein radwerk auferlegten, rythmus auf alte 7inches. und dazu gedämpftes trompetenspiel von pierre bastien.
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Der Traum eines Komponisten: Ein Orchester auf der Fingerspitze, das jeden Befehl sanft ausführt: ein zeitlos-klingendes Orchester, futuristisch und ein wenig dadaistisch zugleich, das in seiner erstaunlich sinnlichen Musik uralte Traditionen heraufbeschwört. Dies ist, in nur wenigen Worten beschrieben, Pierre Bastiens “Mecanium” - eine Art Tagtraum, den er seit 1976 verfolgt. Die Musiker seines Orchesters sind Maschinen. Die Idee dahinter ist einfach, wirksam und poetisch. Traditionelle Instrumente (chinesische Laute,marokkanisches Bendir, javanisches Saron, Koto, Geige, Sanze, etc.) werden von einem mechanischen Instrument aus Teilen eines Meccano-Metallbaukastens und wiederverwendeten Plattenspieler-Motoren gespielt. Diese hybriden und selbst spielenden Sound-Skulpturen führen eine Serie von kurzen hypnotischen Stücken vor. (Michel F. Côté)
neben dem auftritt von francisco lopez und dem sehr inspirierenden perfomativen vortrag von goodiepal, war das konzert von pierre bastien wohl eines der highlights des diesjährigen musikprotokolls.
L’Orchestre Thermo-dynamique- Pierre Bastien