“Um 4 Uhr 48, wenn die Klarheit vorbeischaut, für eine Stunde und zwölf Minuten, bin ich ganz bei Vernunft.”

aus 4.48 pychose von sarah kane

sarah kane
im moment, so scheint es, ist sarah kane (* 3. Februar 1971; † 20. Februar 1999) sehr präsent. vielleicht hängt es auch nur damit zusammen, dass mir der name der dramatikerin und theaterregisseurin zum allerersten mal und dann gleich 2 mal hintereinander begegnete. zum einen gibt es gerade in graz ihr letztes theaterstück “4.48 psychose” in einer inszenierung von ernst m. binder zu sehen, andererseits wird im wiener wuk unter der regie von jérôme junod seit 25.9. ihr stück “gesäubert”, für das sie zahlreiche preise bekam, aufgeführt. eine empfehlung meinerseits ist die im rowohlt verlag erschienene ausgabe ihrer gesammelten werke. sarah kane’s sprache ist klar und radikal, ihre stücke handeln meist von liebe in zeiten der zerstörung.

von sich selbst sagte sie:

“wahrscheinlich sind alle meine figuren auf die eine oder andere art hemmungslos romantisch. ich glaube, dass nihilismus die extremste form von romantik ist. und wahrscheinlich ist es dieser punkt, an dem meine stücke missverstanden werden. ich fürchte, ich bin eine hoffnungslose romantikerin.”

die uraufführung ihres ersten stücks (”zerbombt”) wurde in england zum skandal, brachte sie aber gleichzeitig auf die bühnen europas. obwohl sie zeitlebens lediglich 5 stücke veröffentlichte, etablierte sie sich zu einer der radikalsten vertreterinnen der modernen britischen dramatikerInnen und regisseurInnen.


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