Allan Kaprow - Kunst als Leben / Art as Life
18 okt 06 > 21 jan 07
Haus der Kunst (Hdk) München http://www.hausderkunst.de/

kaprow 1959
“everything is art and art is everything.” Allan Kaprow
Ortsgebundenheit, Vergänglichkeit und Zweifel an der Kunst. Das waren die tragenden Säulen im Werk Allan Kaprows. Das haus der kunst (HdK) in münchen widmet ihm ein paar Monate nach seinem Tod im April 2006 nun eine umfangreiche retrospektive. Eine, die mit dem Künstler selbst noch abgesprochen war. Kaprow war ein entschiedener Gegner von verstaubter Museumskunst. Für ihn war Leben und Kunst unmittelbar miteinander verwoben. Darin liegt auch der Reiz der Austellung , kann man sich als BesucherIn doch via der Webseite (http://www.kaprow.org/) für ein Happening anmelden.

Allan Kaprow (1927-2006) gilt als einer der progressivsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er begann als Maler; doch bald entwickelten sich seine Arbeiten über Collagen und begehbare Environments hin zum Happening, als dessen Begründer er gilt. Für die jüngere Künstlergeneration, die sich heute wieder verstärkt mit Happenings und Performancekunst auseinander setzt, ist Kaprow eine wesentliche Referenzfigur. Im Zentrum seiner Kunst stehen Raum und Geste.

Kaprow, unter anderem Kompositionsstudent bei John Cage, gelang 1959 mit “18 Happenings in 6 Parts” der Durchbruch und das erste Happening der Kunstgeschichte. In “18 Happenings in 6 Parts” wurden die Zuseher via vorher ausgeteilten Anweisungen (scores) durch 3 Räume deligiert.

Diese Räume waren ausgestattet mit halbdurchsichtigen Plastikfolien, die mit Verweisen auf Kaprows frühere Werke in Form von Zeichnungen und Collagen bemalt waren, sowie mit Tafelbildern, auf denen einige Wörter hingemalt worden waren, und mit aufgereihten Plastikfrüchten. (…)

Karpow hatte ein großes Herz für die Kunst. So lud er InteressentInnen am Vorabend jedes Happenings ein, mit ihm über die kommende Performance zu diskutieren. Bloßes Zusehen bei seinen Stücken verbat er sich. “Diejenigen, die nicht teilnehmen möchten, werden respektvoll gebeten, nicht als bloße Zuschauer zu kommen.” - Die Zuschauer wurden bei Kaprow zu Requisiten, mit Hilfe derer der Künstler seine Vision in die Tat umsetzen konnte.

Neben den Happenings beschäftigte er sich mit dem Begriff des Environments in denen die Auseinandersetzung mit der Alltags- und Warenwelt eine große Rolle spielten. Er hatte erheblichen Einfluß auf die in den 60er Jahren entstehende Fluxus Bewegung und verfaßte während seiner langjährigen Tätigkeit als Dozent wichtige kunsttheoretische Schriften zu den Themen Environment, Happening und Intermedia Art. Er verstarb 78 jährig in San Diego.

Übersicht seiner Happenings und Environments auf Wikipedia
»18 Happenings in 6 Parts« auf MedienkunstNetz


Subscribe to comments Comment | Trackback |
Post Tags:

Browse Timeline


Add a Comment


XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>