heygirl
Theater und der Steirische Herbst. Die Herbstinszenierungen abseits der bürgerlichen Bühnen wie Schauspiel- oder Opernhaus, abseits deren Kleinstadt-Codizies waren dieses Jahr in 2 Lager geteilt: 1.) Die Guten. 2.) Die gar nicht Guten.

Das was, im Sinne eines Avantgardistischen Festivals, Richard Maxwell`s “The End Of Reality” und “lone twin” der beiden Briten Gary Winters & Gregg Whelan darboten gar nichts besonderes, aussergewöhnlich gutes war, störte anwesendes Publikum kaum. Kleine off-Theatergruppen zeigen das ganze Jahr oft besseres und innovativeres Theater. und geschweige denn den auftrag des festivals zu betonen: Unter anderem zeitgenössisches Theater nach Graz zu bringen. ja ich lass kein gutes haar an den inszenierungen sind sie doch a) eine diashow (im falle von lone twin) die nichtsagendes straßentheater zweier schauspieler zeigt. die auch noch das publikum mit immer wieder kehrenden Textpassagen einzuschläfern versuchen. Das sie es doch nicht schaffen zeigt sich am Beifall apres.
Wer Richard Maxwells “the end of reality” nicht gesehen hat, hat auch nichts verpaßt. Dialoge trocken ohne Leidenschaft für die Rolle, Laientheater und Sprechfehler machen das Ganze zu einem weniger erfolgreichen Abend. Anmerkung: Aufgegriffene Thematiken wie Angst und Unsicherheit sind teil des Stücks und nicht des Ensembles!

die gute nachricht: hey girl von romeo castelluccis
romeo castallucis. hey girlzeigt minimales, starkes theater der gehobenen art. dichte soundcollagen, gut und spärlich eingesetzte mono- wie dialoge. eine atmosphärische dichte, gespickt mit nervenbelastenden sounds. eine hin- und hergerissene Silvia Costa (girl) innerhalb minimal-wirksamer körpersprache agierend. sie ruft nach namen berühmter frauen der menschheitsgeschichte. bald hat sie eine überdimensionale version ihres kopfes aufgesetzt. eine nackte, schwarze frau betritt die bühne. eine art dämon? eine helfende hand? man weiß es nicht, kann nur vermuten. darauf wundersames interaktionstanztheater. schwungvolle anmutige bewegungen. versuchter widerstand, ein kampf, doch schlussendlich aufgabe. der dämon behält die übermacht und das mädchen verwandelt sich in einen dunklen nachtfalter. obwohl ode gerade wegen extremer sound und lichteffekte ein ganz großes stück herbst und theater.


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